Diät: wie wunderbar wandelbar

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Kaum hatten sich nach den langen, kargen Kriegs- und Nachkriegsjahren so langsam die ersten Speckröllchen gebildet, da  ging es auch schon los mit den Diäten. Den Anfang machten damals , ganz brav und mit bestechender Logik,  FDH (Friss die Hälfte) und stark kalorienreduzierte Kostpläne. Schon bald wurde es verwegener, man kasteite sich von Eier-Kartoffel-, Reisdiäten über Atkins- und  Low-Fat, versuchte es mit Trennkost oder Punktezählen. Und heute?
Heute macht man eines auf keinen Fall: eine Diät! Aus jahrzehntelanger Erfahrung ist dieser Begriff verknüpft mit dem Jo-Jo Effekt. Ein sich immer weiter hochschaukelndes Gewicht, hervorgerufen durch diese selbstauferlegten kleinen Hungersnöte, die der Körper, sobald die Zügel gelockert sind, wieder auszugleichen versucht. Mehr noch, er legt dann sogar gern noch was drauf, nur so zur Sicherheit, falls wieder mal eine Hungersnot droht. *
Dabei tun wir diesem schönen Begriff, altgriechisch Diaita unrecht. Er bezeichnet die Lebensweise, die Lebensführung. In der Diätik, der Lebensart, geht es demnach um eine gesunderhaltende, angepasste Ernährung. Im Laufe der Zeit wurde dieser Begriff außerhalb des Fachbereiches, gleichgesetzt mit Gewichtsreduktion. Inzwischen, noch spezieller, wird die Diät mit einer Gewichtsreduktion durch reduzierte, eingeschränkte Kost gleichgesetzt.
Mit dieser Begriffsverschiebung durch die Jahrhunderte befindet sich die Diät heute eindeutig auf dem Abstellgleis. Doch bestimmt kommt bald eine geniale Marketing-Strategie daher, die  sie wieder vom toten Gleis holt und ans schillernde Licht einer modernen, gesunden  Lebensweise bringt. So würde aus einer einst freudlosen Diät vielleicht sogar noch eine Ars Vivendi (Lebenskunst).

*der Grundumsatz spielt bei diesem Effekt eine große Rolle. Bei einer Diät und der damit verbundenen Gewichtsabnahme sinkt leider auch der Grundumsatz. Langt man dann wieder zu, so schlägt sich dies verstärkt auf die Energie-Bilanz nieder, weil der Grundumsatz noch auf dem niedrigen Niveau ist.  (Grundumsatz =  Kalorienverbrauch bei sorg- und reglosem Herumliegen; errechnet sich aus Geschlecht, Alter, Gewicht, Größe und diversen festen Größen)

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