Was sind Nutraceuticals?

Verfasst von anne_hoenicke am 12.10.2009
Quelle: Anne Hönicke

Nutraceutical setzt sich aus den Worten nutrition-Ernährung und pharmaceutical-Pharmazeutikum zusammen. Nutraceuticals sind funktionelle Lebensmittel, besser bekannt als Functional Food.

Es existiert keine einheitliche Definition des Begriffes Functional Food. Die FUFOSE – Gruppe (European Commision Converted Action on Functional Food Science) hat 1999 für Europa folgende Definition veröffentlicht:
 
“Ein Lebensmittel kann als funktionell angesehen werden, wenn es über adäquate ernährungsphysiologische Effekte hinaus einen nachweisbaren positiven Effekt auf eine oder mehrere Zielfunktionen im Körper ausübt, so dass ein verbesserter Gesundheitsstatus oder ein gesteigertes Wohlbefinden und/oder eine Reduktion von Krankheitsrisiken erzielt wird. Funktionelle Lebensmittel werden ausschließlich in Form von Lebensmittel angeboten und nicht als Pillen oder Kapseln. Sie sollten integraler Bestandteil des normalen Ernährungsverhalten sein und ihre Wirkung bei bereits üblichen Verzehrsmengen entfalten.“
 

Es gibt verschiedene Functional Food Produkte:

  • Joghurt mit Bakterienkulturen
  • Säfte mit Vitaminzusatz ACE
  • Margarine mit pflanzlichen Sterinen
  • Margarine mit Omega Fettsäuren
  • Speisesalz mit Jodanreicherung
  • und viele mehr
 

In Functional Food sind häufig folgende Substanzen zugesetzt:

  • Mineralstoffe, wie Jod, Magnesium, Calcium
  • Ballaststoffe
  • Vitamine, wie A, C, E
  • Sekundäre Pflanzenstoffe, wie Polyphenole, Sterole
  • Omega 3 Fettsäuren
  • Präbiotika
  • Probiotika
 
Alle Zusätze sollen sich positiv auf die Gesundheit auswirken.
 

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) warnt jedoch:

„Functional Food ist grundsätzlich keine Garantie für eine bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung. Ernährungsfehler lassen sich auch durch den Verzehr von funktionellen Lebensmitteln nicht beseitigen.“
 
Weiterhin sind z.b. Süßwaren, die mit Vitaminen und Mineralstoffen versehen sind, kritisch zu sehen, da sie den Anschein erwecken können, sie wären gesundheitsförderlich.
 
Werbebotschaften, diesbezüglich, dürfen nicht irreführen und dürfen keine krankheits- oder gesundheitsbezogene Aussage machen, sondern dürfen lediglich daraufhinweisen, dass ein bestimmter Stoff enthalten ist.
Geregelt wird dies durch die Health-Claims-Verordnung (EG-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben)
 

 Zusätzlich unterliegt Functional Food

  • der NmV (Nahrungsmittelergänzungsverordnung, Deutschland)
  • und dem LFGB (Lebensmittel-Bedarfsgegenstand und Futtermittel-Gesetzbuch)
 
In Japan und den USA werden zusätzlich Lebensmittel angeboten, die die Denkleistung erhöhen (Brain Food) oder die Schönheit fördern sollen (Beauty Food).
 
Obwohl in den meisten Fällen ein wissenschaftlicher Nachweis für die Wirkung fehlt, steigt der Marktanteil an Functional Food kontinuierlich an.
 
Somit bleibt, als Konsument, nur die Frage:
„Wähle ich den pektinreichen Apfel oder den sehr gesunden mit Pektinen angereicherten, cholesterinsenkenden Apfelmus?“
 
Anne Hönicke
 
 
 
 
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