Flexibilität
Okay, da war ich also zum Schwimmen verabredet. Doch leider segelte eine Absage ins Haus. Also fass ich natürlich den Entschluss: Kein Problem, gehst du eben alleine. Aber dann kannst du ja in ein anderes Bad gehen. Berlin hat ja genug Auswahl. Also fuhr ich in ein Sommerbad, bezahlte meinen Eintritt und ging zur Umkleide. Doch da stand ich dann wie eine Kuh, wenn es donnert. Statt der gewohnten Wirf-einen-Euro-ein-und-du-bekommst-einen-Schlüssel-Mechanik hängen da Vorhängeschlösser vor den Schränken. Also zurück zum Kassenhäuschen. Die Dame schaut auf meine Frage bedauernd und bot mir ein Vorhängeschloss zum Kauf an. Anderes wäre hier nicht möglich, erklärt sie. Es würden sonst alle Schränke geknackt. Das ist dann der Moment, an dem ich wieder gehen möchte. Ich darf auch ohne Verluste. Gefrustet gehe ich zu einem Inder und tröste mich mit einem vegetarischen Gericht. Das war eigentlich für nach dem Schwimmen gedacht, aber anders käme ich nicht dazu.
Dann laufe ich tapfer nach Hause - immerhin ein Weg von 20 Minuten und entschliesse mich, dann halt trotz der Hitze zu Hause zu turnen. Schliesslich möchte ich mein Ziel ja erfüllen. Und dann habe ich eine halbe Stunde Freistil-Aerobic vor dem Fernseher gemacht, während ich die WM geschaut habe. Es sah sicher total albern aus, aber hat Spaß gemacht.
Oh. Die Spanier haben gerade ein Tor geschossen. Das ist ja doof. Aber mein persönliches Ziel habe ich zu 66,6% erfüllt. Am Mittwoch! 
